Werden spekulative Finanzinstrumente in Deutschland bald verboten?

 

Finanzinstrumente, die zu großen Teilen zu Spekulationszwecken zum Einsatz kommen, wurden in den letzten Jahren auch im deutschsprachigen Raum immer populärer. Im wirtschaftlichen Sinne bedeutet das Wort Spekulation, dass bei der angestrebten Gewinnerzielung die Preisentwicklung eines Finanzinstruments im Vordergrund steht.

Dividenden oder Zinszahlungen spielen bei der Spekulation in aller Regel eine untergeordnete Rolle

Im Rahmen welcher Zeit dieser Gewinn angestrebt wird, ist bei dieser Definition vorerst unwichtig – eine Spekulation kann demzufolge sowohl von langfristiger als auch von kurzfristiger Natur sein. Nicht selten handelt es sich aber bei Spekulationsgeschäften um Positionen, die nur kurz aufrechterhalten werden. Das sogenannte Daytrading wird aus diesem Grund oftmals der Spekulation zugeordnet. Zu den spekulativen Finanzinstrumenten, die beim Daytrading zum Einsatz kommen, zählen zum Beispiel auch die CFDs, die bei privaten Anlegerinnen und Anlegern mit Erfahrung gerne zum Einsatz kommen. Nun soll von der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, der Gedanke angestoßen worden sein, spekulativen Finanzinstrumenten, wie CFDs oder binäre Optionen, gezielter in Augenschein zu nehmen. In einem Interview soll sich Frau Roegele von der BaFin in dieser Hinsicht geäußert haben, wie das Trading-Portal www.online-broker-vergleich.info mitteilte. In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage, wie dieser Vorstoß gewertet werden soll.

Die Gefahren, die von spekulativen Finanzinstrumenten ausgehen – ein unterschätztes Risiko?

Der Äußerungen seitens der BaFin werfen Fragen auf. Sind spekulative Finanzinstrumenten so gefährlich, dass sie verboten werden müssen? Eine pauschale Beantwortung dieser Frage ist nicht ohne Weiteres möglich. Um diese Frage erörtern zu können, sollten im Vorfeld die Ursachen der Risiken, die im Zusammenhang mit dem Trading mit spekulativen Finanzinstrumenten, näher betrachtet werden. Sind einzelnen Risikoursachen erst einmal analysiert, können wesentlich besser vernünftige Lösungsansätze in Betracht gezogen werden. So werden zum Beispiel ein nicht unerheblicher Teil der spekulativen Finanzinstrumente, die im Rahmen des kurzfristigen Tradings Verwendung finden, auf Margin, sprich mit hohen Hebeln, gehandelt. Hier wäre es zum Beispiel sinnvoll, den maximalen Hebel auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren. Ein weiterer Ansatzpunkt ist das Thema OTC-Handel. Hier bietet es sich zum Beispiel an, die Aktivitäten der Broker gezielter in Augenschein zu nehmen. Dazu gehört unter anderem, dass die Abrechnungen der einzelnen Transaktionen kontrolliert und transparent vonstattengehen. Der Bereich Einlagensicherung ist ebenfalls ein Aspekt, der im Rahmen möglicher Maßnahmen nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Fazit – es gibt vernünftige Maßnahmen, die wesentlich attraktiver erscheinen als ein Verbot

Es gibt etliche Anlegerinnen und Anleger aus den verschiedensten Kreisen, die nicht mehr auf spekulative Finanzinstrumente verzichten wollen. Ein Verbot würde hier ein echtes Ärgernis darstellen. Allerdings gibt es im Bereich der spekulativen Finanzinstrumente noch jede Menge Verbesserungspotenzial. In dieser Hinsicht könnte der Vorstoß der BaFin gegebenenfalls auch Positives mit sich bringen. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln.



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